Aktuelles aus der Sportjugend


Die kleine und die große Politik

Ökologische Bildung im Sport ist Thema des Eurocamps 2019 der Sportjugend Hessen

Das traditionelle Eurocamp der Sportjugend Hessen findet dieser Tage in Wetzlar statt. Die Sport- und Bildungsstätte der Sportjugend ist für gut zehn Tage Herberge für 76 junge Menschen aus sechs verschiedenen europäischen Ländern. Die Teilnehmenden aus Russland, Tschechien, Italien, Spanien, Frankreich und Hessen haben sich innerhalb kürzester Zeit zu einer harmonischen Gruppe zusammengefunden.

International geht es auf dem Gelände der Bildungsstätte zu. Als Kommunikationsmittel Nummer eins setzt die Sportjugend Hessen auf gemeinsames Sporttreiben. An drei Tagen werden z. B. kleine Turniere im Fußball, Volleyball und Tischtennis durchgeführt. Aber auch Kanutouren und Waldexkursionen tragen dazu bei, dass die Verständigung schnell reibungslos funktioniert.

Neben dem Sport lernen die Teilnehmenden auch viel über die politische Situation, regionaltypische Spiele und Musik in den unterschiedlichen europäischen Ländern. Jeden Abend stellen die Jugendlichen ein anderes (Heimat-)Land und seine Besonderheiten vor.

Das diesjährige Programm steht unter dem Thema: Ökologische Bildung im Sport – Chancen und Hemmnisse. Die jungen Leute sind aufgerufen, sich mit den ökologischen Problemen in ihren Ländern auseinander zu setzen. Wo gibt es Auffälligkeiten und wie sehen diese aus? Auf Landkarten werden entsprechende Markierungen und Anmerkungen vorgenommen, die anschließend gemeinsam diskutiert werden. Es wird festgestellt, dass sich die ökologischen Probleme in den europäischen Ländern ähneln.

Letztendlich beschäftigen sich alle mit der Frage „Was kann der Sport tun, um zu einer Verbesserung der derzeitigen Brennpunkte wie Klimawandel, Müllberge, Wasserverschmutzung beizutragen?“. Über 100 Punkte halten die Teilnehmenden zu Dingen fest, die sie zum einen selbst in die Hand nehmen können um umweltbewusster zu agieren, zum anderen was andere, wie z. B. die Politik, die Wirtschaft, den Transport oder auch die Erziehung in Angriff nehmen müssen.

Über die Woche verteilt finden Workshops statt, die alle dazu anregen, sich mit ihrer Umwelt unter ökologischen Gesichtspunkten auseinanderzusetzen. Vor allem der Aspekt der Wiederverwendung von alten Dingen (z. B. Upcycling) sowie der Einsatz von Naturmaterialien stehen dabei im Fokus. So werden Jeans aufgepeppt, Traumfänger gebastelt oder Ketten hergestellt.

Zum Abschluss tauschen sich die Teilnehmenden mit Vertretern der Fridays for Future Initiative von Wetzlar aus. Welche Ziele verfolgen die Teilnehmer der Demonstrationen? Welche Erfolge haben sie bereits erlangt? Wie kann die Bewegung weiter in Europa verbreitet werden, um mehr ihrer Ziele zu erreichen? Viele Fragen und noch mehr Antworten, die die jungen Menschen mit nach Hause nehmen werden.

Ausbildung Vereinsmanagement in der Jugendarbeit abgeschlossen

Mitte Juni haben die Teilnehmer/-innen der Ausbildung „Vereinsmanagement in der Jugendarbeit“ in der Bildungsstätte der Sportjugend Hessen in Wetzlar ihre Qualifikation erfolgreich abgeschlossen und ihre Zertifikate sowie die offiziellen, bundesweit gültigen DOSB-Lizenzen „Jugendleiter-/in“ mit nach Hause genommen.

Projekte – das Kernstück der Ausbildung
Zu Beginn der Ausbildung werden an zwei Wochenenden die wichtigsten Grundlagen zur Jugendarbeit vermittelt. Themen wie Jugendbeteiligung, Projektplanung, Arbeiten im Team, soziale Kompetenzen, Kindeswohl und Jugendschutz gehören dabei genauso zum Programm wie Öffentlichkeitsarbeit, Sportversicherung und finanzielle Förderung von Jugendarbeit. Kernstück der 60stündigen Ausbildung sind die Projekte der Lehrgangsteilnehmer/-innen, die sie in ihren Vereinen und Verbänden planen und durchführen. Unterstützt und begleitet werden sie dabei vom Ausbildungsteam. Die Präsentation der Projekte vor der Ausbildungsgruppe bildet den Abschluss. In einer Art Kolloquium werden offene Fragen sowie Knackpunkte diskutiert. Gemeinsam wird nach Lösungen für aufgetretene Probleme gesucht. Die gewonnenen Erkenntnisse sowie Erfahrungen sind dabei sehr wichtig. Sie können in die Planung und Durchführung künftiger Jugendprojekte mit einfließen.

Ganz unterschiedliche Projektideen
So verschieden die Voraussetzungen und Problemlagen in den Vereinen und Verbänden sind, so unterschiedlich sind auch die Projektideen der Teilnehmenden. Entstanden sind z. B. die Gründung eines Jugendteams inkl. der Entwicklung einer Jugendordnung, eine Jugendfahrt zum Flutlicht-Skifahren, ein Sport- und Spieltag als Junior-Team-Projekt, die Entwicklung eines Leitfadens zur Jugendbeteiligung im Verein und ein Tagesausflug für Vereinskinder und ihre Freunde ins Kletterzentrum.
Alle Projekte, die im Rahmen der Ausbildung durchgeführt werden, sind auf Beteiligung von Kindern Jugendlichen angelegt und häufig wichtige Initialzündungen für die mittel- und langfristige Weiterentwicklung der Jugendarbeit in den betreffenden Vereinen und Verbänden.

Die Termine der nächsten Ausbildung


Gemeinsame Aktionen für Nord- und Osthessen

Sportkreisjugenden vereinbaren Zusammenarbeit bis 2021

Die Vereinbarung zur regionalen Zusammenarbeit wird unterzeichnet

Vertreter aus den Sportkreisjugenden Werra-Meißner, Fulda-Hünfeld, Hersfeld-Rotenburg, Schwalm- Eder, Waldeck-Frankenberg und Region Kassel trafen sich im Juni zum zweiten Mal, um an der geplanten Kooperation weiterzuarbeiten. Gemeinsames Ziel ist es, vermehrt Angebote für die Region auf die Beine zu stellen.

Grundstein wurde auf dem Sensenstein gelegt
Ein erstes Treffen fand bereits im Dezember statt, in dessen Rahmen erste Projektideen entworfen und ein Zeitplan erarbeitet wurde. Erstes Ziel war die Verfassung einer schriftlichen Vereinbarung, die in Zukunft die Zusammenarbeit regeln soll. Der Jugendwart der Sportjugend Region Kassel, Amadeus Itzenhäuser, nahm die Vorbereitung hierfür federführend in die Hand. Er entwickelte einen ersten Entwurf, den er mit der Sportjugend Hessen sowie den anderen Sportkreisen abstimmte.

Unterzeichnung der Vereinbarung und Planung von Projekten
Anfang Juni war es soweit und die gemeinsame Vereinbarung wurde von den Sportkreisjugenden unterzeichnet. Welche Ziele verfolgt, wie Aktionen geplant und finanziert und wie die teilnehmenden Sportkreisjugenden zukünftig auf den Regionalkonferenzen zusammen arbeiten werden, steht nun fest. Ein erstes gemeinsames Projekt wird die Organisation einer Skifreizeit in den Winterferien 2019/2020 sein. Weitere Angebote, die angedacht sind, sind: ein Outdoorcamp in den Alpen im Sommer 2020 sowie der Besuch eines sportlichen Großevents im europäischen Raum im Sommer 2021. Auf der nächsten Regionalkonferenz im Dezember wird an diesen Ideen weitergearbeitet.



Werte des Sports

Wir sind nicht neutral...

Das Projekt DemoS!-Sport stärkt Demokratie wirkt nicht nur in den sechs Modellvereinen sondern auch in anderen Strukturen der Sportjugend Hessen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Kampagne „Wir sind nicht neutral…“, mit der auf aktuelle politische und soziale Themen aufmerksam gemacht wird. Denn Sportverbände sind zwar parteipolitisch, aber nicht politisch neutral. Die Sportjugend Hessen setzt sich für Demokratie und Menschenrechte ein und wendet sich klar gegen Rassismus und spaltende Tendenzen. Ende Juni erschien hierzu z. B. ein Beitrag in den Sozialen Medien zum Anlass des Weltflüchtlingstags.   

Ein lebendiger Schwerpunkt
Die Kampagne fügt sich ein in eine Reihe von Vorhaben der Sportjugend Hessen, die die Förderung von Menschenrechten und Demokratie zum Ziel haben. Im Rahmen des Schwerpunktthemas Demokratieförderung wurde die AG Demokratie gegründet, die die Referate bei der Umsetzung der Inhalte unterstützt. Das Projektteam von DemoS! – Sport stärkt Demokratie unterstützt die Kolleg/-innen dabei, Themen wie Kinderrechte, Partizipation und Menschenrechtsbildung vermehrt in Veranstaltungen und Projekten zu integrieren.



Leitbilder nutzen - Zukunft in Vereinen gestalten

Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen

Das Projekt „DemoS! – Sport stärkt Demokratie“, der Sportjugend Hessen setzt sich für Teilhabe- und Mitbestimmungsmöglichkeiten in Sportvereinen ein. Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen, im Gespräch mit den Projektmitarbeitenden Alexandra Faulhaber und Nico Miculic.

Beschreibe uns doch bitte Deinen persönlichen „DemoS! Aha-Moment“.
Immer, wenn ein Projekt, das sich als Konzeption auf dem Papier interessant liest, tatsächlich in die Umsetzung geht, ist das bei mir mit etwas Aufregung verbunden. Wird das, was wir uns im stillen Kämmerlein überlegt haben, in der Praxis auch Bestand haben oder nur ein Papiertiger bleiben? Auch bei DemoS!-Sport stärkt Demokratie war ich sehr gespannt, denn Leitbilder in den Vereinen zu erstellen, fand ich ein tolles, aber auch ambitioniertes Vorhaben. Als ich die fertigen Leitbilder zu lesen bekam und   die Menschen getroffen habe, die diese in einem sehr partizipativen Prozess ausgearbeitet hatten, war das mein absoluter Aha-Moment. Die theoretische Idee war mit Leben gefüllt worden. Und ich fand es beeindruckend zu lesen, wie sich die Beteiligten der einzelnen Vereine mit ihren Werten auseinandergesetzt und ganz individuell niedergeschrieben haben, wofür sie als Verein stehen. Zum Beispiel Wertschätzung, Offenheit oder soziales Engagement vor Ort, was ich persönlich sehr wichtig finde.

Hat DemoS! in die Sportjugend hinein gewirkt?
Auf jeden Fall. Wir haben durch das Projekt ganz viel gelernt, vor allem über demokratische Prozesse und die Bedeutung von Alltagsdemokratie. Durch die positiven Erfahrungen mit DemoS!-Sport stärkt Demokratie und den beteiligten Vereinen wurden wir dazu inspiriert, Demokratieförderung als ein Schwerpunktthema in unser Arbeitsprogramm aufzunehmen. Wir beleuchten die Abläufe einmal quer durch den Verband, beteiligen mehr Menschen an Entscheidungen und wollen in unserer Verbandsarbeit noch stärker demokratisches Miteinander leben.

Wie schätzt du allgemein die Wirkung von Leitbildern auf die Arbeit von Sportvereinen ein?
Ein Leitbild zu formulieren bedeutet, sich intensiv mit den Menschen auseinanderzusetzen, die in einem Verein aktiv sind. Durch diesen partizipativen Prozess wächst in meinen Augen auch das Potential, sich zu engagieren, gerade bei jungen Menschen. Viele Vereine sind historisch gewachsen, teilweise gibt es eingefahrene Strukturen. Wenn man diese aufbricht, indem man Jung und Alt mitnimmt und fragt, „Wofür wollen wir stehen?“, „Wie soll unser Verein in der Zukunft aussehen?“; das öffnet die Augen dafür, dass man etwas bewegen und verändern kann. Für mich ist das auch eine wunderbare Basis für neues Engagement.


Ein Projekt und seine Geschichten

Modellvereine im Projekt DemoS! – Sport stärkt Demokratie

Übergabe der Zertifikate an die Projektleitungen der Vereine (Foto: amgrafik)

„Mehr Achtsamkeit auf demokratische Werte“, das habe das Projekt DemoS!-Sport stärkt Demokratie bei ihr bewirkt, sagt Gabriele Bentscheck vom RuF Kriftel e.V. Sie ist Vorsitzende in einem der Modellvereine, die das Projekt DemoS! – Sport stärkt Demokratie! der Sportjugend Hessen seit 2017 bei der Umsetzung des partizipativen, demokratischen Prozesses begleitet.

Junge Menschen für Engagement gewonnen
Ein zentrales Thema, das alle Modellvereine von Anfang an bewegte, ist die Einbeziehung junger Menschen. Zu den wichtigsten Akteur/-innen im Projekt zählen daher die vereinsinternen Projektleitungen. Diese engagierten Personen zwischen 19 und 38 Jahren sind die Schnittstelle zwischen Projekt und Verein. Sie durchliefen von September 2017 bis April 2018 eine modulare, an den Prozess angepasste Qualifizierung. „Was mir heute noch hilft, sind die Seminare zu Themen wie Konflikte, Konfliktstadien und ihre Bewältigung“, so fasst Richard Pestinger von der TuS Steinbach die Qualifizierung zusammen. Neben einer Aufwandsentschädigung für die vereinsinternen Projektleitungen stehen Sachmittel zur Verfügung, um  konkrete Maßnahmen vor Ort umzusetzen. Damit werden unter anderem Werbematerialien erstellt, Fahrtkosten erstattet oder gemeinschaftliche Veranstaltungen durchgeführt.
Zu Beginn des Projekts wurden in allen Modellvereinen Leitbild-AGs gegründet. Hier trafen sich alle, die am Prozess interessiert waren und sich austauschen wollten. Rebecca Ladner vom TSV Griedel dazu: „Die AG in unserem Verein hat viel Vorarbeit für die Erstellung des Leitbilds geleistet. Ein kleines Team, das sehr effektiv gearbeitet hat.“ Einen großen Anteil am Projekterfolg war der Tatsache geschuldet, dass in den Leitbild-AGs nicht nur die üblichen Engagierten zu finden waren, sondern auch jene, die vorher gar nicht oder nur zu einem geringen Teil an der Vereinsarbeit beteiligt waren.

Expert/-innen in jedem Verein
Eine wesentliche Erkenntnis des Projekts ist: Wer Menschen mitnehmen will, muss sie fragen und einbeziehen. In den Modellvereinen machten sich junge Menschen auf eine kleine Forschungsreise, sie erstellten Fragebögen und führten Interviews. Katharina Schaub vom Judoclub Petersberg beschreibt diesen Effekt so: „Durch das Ausfüllen der Fragebögen hatten alle Mitglieder die Möglichkeit ihre Wünsche und Anliegen zu äußern.“ Bei diesem Arbeitsschritt waren die Mitglieder der Leitbild-AG mit ihren individuellen Fertigkeiten gefragt. So unterstützte beim TV Babenhausen ein IT-affines Mitglied beispielsweise bei der Erstellung einer Onlineumfrage. Durch den leicht zugänglichen Fragebogen nahmen mehr als 400 Mitglieder an der Umfrage teil – ein großer Erkenntnisgewinn für den Verein.

Ein Leitbild gibt Orientierung
In den vergangenen Monaten haben die Modellvereine ihre Leitbilder gemeinschaftlich erarbeitet. Auch nach der Fertigstellung beschäftigen sie sich nun weiterhin mit den aufgeworfenen Fragen. Welche Bedeutung ein Leitbild haben kann, formuliert die Vorsitzende von Lich Basketball, Annette Gümbel: „Ich bin mir sicher, dass wir Lich Basketballer für viele, viele Jahre von diesem Leitbildprozess profitieren werden, weil wir unsere Vereinsziele auch abseits des Sportfeldes definiert und gemeinsam erarbeitet haben.“

Die vielen spannenden Situationen, persönlichen Erlebnisse und natürlich die Vereinsleitbilder werden in den nächsten Ausgaben von Sport in Hessen vorgestellt. Die beteiligten Menschen aus dem Modellvereinen werden von ihren Hochs und Tiefs eines solchen Prozesses berichten und hoffentlich andere Vereine dazu anregen, ihr eigenes Leitbild zu erstellen.



Fördermittel beantragen

Sportjugend unterstützt Kooperationen zwischen Sportvereinen und Kitas

Um Bewegungsmangel, ungünstigem Ernährungsverhalten und sich stark verändernden Lebensumständen bei Kindern im Vorschulalter wirkungsvoll begegnen zu können, setzt die Sportjugend Hessen auf die Bewegungskompetenz der Vereine. Mit der Initiative „Mehr Bewegung in den Kindergarten“ unterstützt sie die Kooperation zwischen Sportvereinen und Kitas.

Erfolgreiche Kooperationen
Die Vereine übernehmen dabei die wichtige Aufgabe, in Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen die Bewegungsangebote für die Kindergartenkinder zu verbessern. Entweder kommen dazu qualifizierte Übungsleiter/innen aus dem Verein in die Kitas, oder genau umgekehrt, d. h. das Bewegungsangebot findet in den Räumlichkeiten des Vereins statt. Von der Zusammenarbeit profitieren beide Partner: Die Einrichtungen erhalten ein verbessertes Bewegungsangebot unter kompetenter Anleitung, die Vereine stellen ihre Kompetenz in diesem Bereich dar, können ihr Angebot ausweiten und neue Zielgruppen gewinnen.

Wie funktioniert die Teilnahme?
Kita und Sportverein einigen sich auf mindestens zwei Bewegungsstunden in der Woche. Anschließend reichen sie eine entsprechende Bewerbung mit dem Antragsformular bei der Sportjugend Hessen ein. Das Formular kann auf unserer Internetseite abgerufen oder bei unserer Geschäftsstelle angefordert werden. Zentraler Bestandteil der Initiative ist ein Zuschuss zum Übungsleiter/-innen-Honorar von bis zu 1.200 Euro, verteilt auf drei Jahre. Daneben finden Beratungen der Kooperationspartner statt und es gibt ein Angebot an vergünstigten Fortbildungen. Für das Kindergartenjahr 2019/2020 sind noch nicht alle Fördermittel abgerufen. Der Antragsschluss dafür ist der 31. Juli.

 

Beratung und Information: Sportjugend Hessen, Klaus Lehn, Tel.: 06151/ 6062398, E-Mail: KLehn@sportjugend-hessen.de.


Menschenrechtsbasierte Flüchtlingspolitik

Sportjugend Hessen unterzeichnet Forderungen an Bundeskanzlerin Merkel

Als größter hessischer Jugendverband tritt die Sportjugend Hessen mit ihrer Unterschrift für eine menschenrechtsbasierte Flüchtlingspolitik ein und fordert deren Neuausrichtung sowohl auf deutscher als auch europäischer Ebene. „In unserer Jugendordnung steht, dass wir uns zu den Grundsätzen der Menschenrechte bekennen. Die Lage auf dem Mittelmeer ist für uns menschenunwürdig, schlicht katastrophal. Von daher haben wir als Vorstand beschlossen, den Brief mit zu unterzeichnen“, so Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen.

PRO ASYL, Ärzte ohne Grenzen (MSF), Amnesty International, Sea-Watch, Seebrücke, Diakonie, Caritas, der Paritätische, Brot für die Welt, der Deutsche Gewerkschaftsbund und viele andere zivilgesellschaftliche Organisationen haben den Brief bereits unterschrieben und die Liste der Unterzeichner wird länger. Der Sport ist bisher selten vertreten. „Wir würden uns freuen, wenn sich das ändert und sich noch mehr Sportorganisationen dem Brief anschließen“, stellt Juliane Kuhlmann fest. „Der Sport wird oft in Verbindung mit Werten wie Fair Play, Völkerverständigung und Teamgeist gebracht. Mit unserer Unterschrift treten wir für deren Einhaltung auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen ein“, ergänzt Sadia Biladama, Vorstandsmitglied der Sportjugend Hessen und zuständig für den Bereich Sport und Flüchtlinge.

Seit 2016 engagiert sich die Sportjugend Hessen mit dem Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“ für eine gute Willkommenskultur und Integration von Geflüchteten in Hessen. Drei der teilnehmenden Gemeinden, Kassel, Marburg und Wiesbaden haben sich bereits mit der SEEBRÜCKE solidarisch erklärt und in die Liste „Sicherer Hafen“ aufnehmen lassen.


Betroffenen zuhören – Kindeswohl im Sport stärken

Landessportbund Hessen und Sportjugend Hessen unterstützen den Aufruf der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland im Kontext Sport

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland hat einen Aufruf im Kontext Sport gestartet. Der Aufruf richtet sich explizit an Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuellem Missbrauch im Sport ausgesetzt waren.
Landessportbund Hessen und Sportjugend Hessen sehen den Aufruf als wichtigen Beitrag an, damit das Thema im organisierten Sport stärker Beachtung findet. Neben dem Beratungsangebot der Sportjugend Hessen gibt es mit der Kommission eine unabhängige Stelle, an die sich Betroffene von sexualisierter Gewalt wenden können. Dabei gilt vor allem eins: zuhören! Hierdurch erhalten wir weitere Erkenntnisse für die Prävention von sexualisierter Gewalt im Kinder- und Jugendsport. Bereits jetzt haben Präventionsmaßnahmen bei uns einen hohen Stellenwert und können in Zukunft noch besser umgesetzt werden. Ebenso wie wir hat der Aufruf zudem den Blick auf den Kampf gegen sexuelle Belästigung und Gewalt im Erwachsenensport im Blick.   

Breites Beratungsangebot
Das Beratungsangebot der Sportjugend Hessen umfasst den gesamten Themenbereich Kindeswohlgefährdung im Sport und ist damit breit aufgestellt. Neben (Verdachts-)Fällen von sexualisierter Gewalt sowie psychischer und körperlicher Gewalt im Sport können sich Betroffene sowie Eltern, Vorstände, Trainer/innen etc. auch bei Mobbing, Diskriminierungen, Rassismus, schwierigen Vereinskonflikten, Drogenmissbrauch, Suizid(gefahr) etc. bei der Sportjugend Hessen melden.
Im letzten Jahr hat es eine Verdopplung der Fallberatungen gegeben. Wir gehen davon aus, dass dies ein Ergebnis der gestiegenen Sensibilität für das Wohl von Kindern und Jugendlichen in Sportvereinen ist und es nicht vermehrt zu Vorfällen kommt. Unserem gemeinsames Ziel, eine Kultur des Hinsehens zu schaffen, scheinen wir ein Stück näher zu kommen. Hinsehen heißt für uns aber nicht „mit Argusaugen beobachten“, denn wir möchten im Verein nicht gegenseitiges Misstrauen, sondern das Vertrauen untereinander stärken.

Betroffene stärken
Der Aufruf der Unabhängigen Kommission ergänzt das Angebot der Sportjugend Hessen hervorragend, da sich Betroffene eher selten bei uns melden – insbesondere nicht Erwachsene, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt in ihrem Verein erlebt haben. Betroffene leiden nicht selten ihr ganzes Leben unter den Folgen und empfinden große Scham, über ihr Leid zu sprechen. Eine unabhängige Stelle, die nicht mit dem Sport verbunden ist, kann sie ermutigen sich zu öffnen.

Kindeswohl ist ein Schutzrecht
Bei der letzten Landtagswahl haben die Bürger/innen entschieden, die Kinderrechte in die Hessische Verfassung aufzunehmen. Kindeswohl im Sport ist somit nun auch neben der UN-Kinderrechtskonvention auf der Landesebene rechtlich verankert. Kinder haben ein Recht auf Schutz vor Gewalt und Diskriminierungen, sie müssen gefördert und beteiligt werden - auch im Sportverein.

Kindeswohl im Sportalltag
Was brauchen Kinder, um sich in unserem Verein wohl zu fühlen? Anhand dieser einfachen Frage können Vereinsverantwortliche oder Trainer/innen mit „ihren“ Eltern und Kindern gemeinsam Ideen für ihre Sportstunden, Trainingslager oder außersportliche Zusammenkünfte sammeln. Bei der Vereinbarung von Regeln für den Umgang miteinander kann der Verhaltenskodex des Landessportbund Hessen eine Hilfe für Trainer/innen sein.

Kinderrechte des Sports
Die Sportjugend Hessen und die Deutsche Sportjugend (dsj) sind zurzeit dabei, Kinderrechte des Sports zu erarbeiten. Hierbei werden auch Themen wie „kindgerechte Wettkämpfe“ umfassender formuliert und ein „kindgerechter Leistungssport“ eine Rolle spielen. Beim europäischen Projekt VOICE, an dem sich die dsj als nationale Partnerin beteiligt hat, wurde Betroffenen aus dem Sport eine Stimme gegeben. Es wurde deutlich, welche Auswirkungen Hochleistungssport neben Formen sexualisierter Gewalt bei Kindern und Jugendlichen noch haben kann. Als Stichworte fielen unter anderem Ernährung, Hunger, Drill.

Betroffenenperspektive stärken
Kommt es zu Fällen von Kindeswohlgefährdung, wird in Deutschland – und auch im Sport – den Tätern viel Aufmerksamkeit gegeben. Selbstverständlich müssen Täter bestraft werden, aber Betroffene brauchen mehr Beachtung und Gehör. Dafür machen sich Landessportbund Hessen und Sportjugend Hessen zusammen mit der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexualisierten Kindesmissbrauchs stark.

Kontakt Beratungsstelle Sportjugend:
ARibler@remove-this.sportjugend-hessen.de; Beratungstelefon: 01590/1319098 (auf Wunsch anonym)
Kontakt Unabhängige Kommission:
www.aufarbeitungskommission.de/sport¸ Telefon: 0800/4030040 (kostenfrei und anonym)
Informationen und Materialien:
www.kindeswohl-im-sport.de


Jugendpolitik entdeckt!

Ein jugendpolitischer Kommentar des hjr zum Koalitionsvertrag der Landesregierung

Der Koalitionsvertrag von CDU und Bündnis90/Die Grünen weckt in seiner Präambel keine hohen jugendpolitischen Erwartungen. Eher im Gegenteil: Dort, wo aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen beschrieben werden, kommen Jugendliche als Adressaten von Politik nicht vor. Ganz anders sieht es jedoch aus, wenn man sich die Mühe macht, den kompletten Koalitionsvertrag nach Jugendthemen zu durchsuchen. An zahlreichen Stellen wird deutlich, dass sich die Koalition verpflichtet hat, Politik für Jugendliche zu gestalten. In diesem Stil wurden zahlreiche Jugendthemen gesetzt.

Wiederentdeckung der politischen Bildung
Im Koalitionsvertrag ist die politische Bildung als zentraler Baustein zur Weiterentwicklung einer demokratischen Gesellschaft klar definiert. Sie soll zum Verständnis politischer Prozesse sowie zu politischer Urteilsfähigkeit beitragen und dadurch Teilhabe ermöglichen. Hier werden besonders die historisch-politische Bildung und die Zielgruppe benachteiligter Jugendlicher hervorgehoben. Außerdem soll die außerschulische politische Bildung stärker unterstützt werden.

Mit diesen Impulsen setzt die Landesregierung aus Sicht des Hessischen Jugendrings (hjr) die richtigen Akzente: Eine Ausweitung der (außerschulischen) Angebote und die Öffnung für neue Zielgruppen.  Dies sind zentrale Forderungen, die der hjr schon seit längerem stellt.
Worauf der hjr achten wird: Politische Bildung darf nicht zur Demokratie-Erziehung mit Wertekunde verkürzt werden. Sie muss Gesellschaft als wandel- und gestaltbar darstellen, die kritische Auseinandersetzung mit Machtstrukturen ermöglichen und zu eigenem politischem Handeln befähigen.

Kinder- und Jugendrechte umsetzen
Die Koalition wertet die Kinderrechte weiter auf und plant die Umsetzung der Kinder- und Jugendrechtecharta. 2020 soll das „Jahr der Rechte für alle Kinder“ werden. Außerdem soll ein hessisches Jugendmonitoring eingeführt werden.

Mit diesen Vorhaben entwickelt die Landesregierung die Kinderrechtethematik engagiert weiter und betritt mit dem Jugendmonitoring sogar jugendpolitisches Neuland.
Der Hessische Jugendring bietet an die Einführung eines hessischen Jugendmonitorings und die Weiterentwicklung engagiert unterstützen.

Ehrenamt wird zur Regierungssache
Ehrenamt ist essentiell für unsere Gesellschaft. Deshalb hat die Koalition in ihrem Vertrag formuliert, die Rahmenbedingungen, die Anerkennung und die Sichtbarkeit von ehrenamtlichem Engagement zu verbessern. Besonders das Engagement von Jugendlichen und jungen Erwachsenen soll gefördert werden. Es ist geplant, die Ehrenamts-Card auch an Jugendleiter/-innen auszustellen, um so den Einstieg ins Ehrenamt für junge Menschen zu erleichtern. Ein „Landesnetzwerk Ehrenamt“ soll die Maßnahmen der Ehrenamtsförderung bündeln.

Ehrenamt in Jugendverbänden gilt als nachhaltiger Einstieg in lebenslanges Engagement. Der hjr bewertet daher den breiten Blick auf das Thema Ehrenamt im Koalitionsvertrag sehr positiv.
Er sieht sich als die Jugendorganisation, die die Erfahrungen der Jugendverbände in das „Landesnetzwerk Ehrenamt“ gerne miteinbringt. Der hjr setzt sich für konkrete Veränderungen ein z. B. für prüfungsfreie Ferien an Hochschulen, damit Studierende bei Freizeiten und Zeltlagern ehrenamtlich Kinder und Jugendliche betreuen können.

Ab sofort wird partizipiert
Für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen benennt der Koalitionsvertrag drei konkrete Handlungsfelder. Auf Landesebene ist die Schaffung einer Online-Beteiligungsplattform für Jugendliche geplant. Im kommunalen Raum soll der Ausbau von Jugendparlamenten unterstützt werden. In Schulen soll die Mitbestimmung und die Arbeit der Schüler/-innenvertretungen gestärkt werden.
 
Der Hessische Jugendring begrüßt diese Vorhaben und sieht neue Impulse für eine landesweite Jugendbeteiligung. Was ihm dazu einfällt: Jugendbeteiligung ist ein wichtiger Baustein für eine gute Jugendpolitik. Dass sich junge Menschen politisch beteiligen wollen und können, zeigen aktuell die „Fridays for future“-Demonstrationen sehr eindrücklich. Mit dem Jugendbeteiligungskongress „HOP“ am 7. September 2019 in Frankfurt liefert der hjr weitere Impulse, so dass diese von der Landesregierung in ihre Jugendbeteiligungsstrategie einbezogen werden können.

Die Koalition hat sich viel vorgenommen und dabei explizit an Kinder, Jugendliche und jungen Menschen gedacht. Auch über diese vier zentralen Felder hinaus steht einiges auf der jugendpolitischen To-do-Liste der Regierung. Der Hessische Jugendring kündigt hiermit seine Mitarbeit an und wird darauf achten, dass unterwegs nichts verloren geht.


Der hjr ist die Arbeitsgemeinschaft von 31 landesweiten Jugendverbänden in Hessen. Dazu gehören z. B. die Jugendfeuerwehr, die evangelische und katholische Jugend, die Gewerkschaftsjugend, die DLRG-Jugend, die Naturschutzjugend und die Sportjugend Hessen.


Es ist Zeit, gemeinsam zu handeln

Hessisches Bündnis für eine nachhaltige, demokratische Gesellschaft vorbereitet

Die Sportjugend Hessen hat zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik und dem Kinderrechte-Verein Makista e.V. zur Entwicklungskonferenz für ein „Hessisches Bündnis für eine nachhaltige, demokratische Gesellschaft“ eingeladen. Rund 60 Expert/innen aus unterschiedlichen Bereichen der politischen und demokratischen Bildungsarbeit kamen in der Sportschule Frankfurt zusammen.

Wozu ein Bündnis?
Die gegenwärtige gesellschaftliche Situation, in der demokratische Errungenschaften stärker denn je hinterfragt werden, der Klimawandel massenhaft zum Protest von jungen Leuten führt und der politische Diskurs sich bedenklich in Richtung (rechts-)populistischer Positionen verschiebt, hatte die Initiatoren dazu veranlasst diese Einladung auszusprechen. Auf der Entwicklungskonferenz wurde über die genaue thematische Ausrichtung des Bündnisses diskutiert. Hierbei wurden die Kinder- und Menschenrechte in den Fokus gerückt. Auch ging es um die Fragen, welche Funktion(en) das Bündnis haben könnte und wer alles mitmacht. Soll es „nur“ ein Netzwerk zum Austausch sein? Oder ein politisches Bündnis? Sollen staatliche Institutionen beteiligt werden oder nicht?

Schnell zeichnete sich ab: Das Bündnis soll ein Bündnis der Zivilgesellschaft sein. Durch die Expertisen der Kolleg/innen aus den verschiedenen Fachrichtungen sollen gemeinsame Positionen erarbeitet und - ggf. kampagnenartig - verbreitet werden. Die verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen, die dem Bündnis beitreten, wollen mit starker Stimme für gemeinsame Ziele streiten. Staatliche Institutionen sind eingeladen diese Positionen und Diskussionsanregungen aufzunehmen und mit dem Bündnis ins Gespräch zu kommen.

Demokratielernen als Verbandsentwicklung
Der Arbeitsschwerpunkt „Demokratielernen als Verbandsentwicklung“, den der Vorstand der Sportjugend Hessen beschlossen hat, ist Ausdruck dieses Prozesses. Daraus resultierte, dass das DemoS!-Team der Sportjugend Hessen die Entwicklungskonferenz für das Bündnis gemeinsam mit den Initiatoren DeGeDe und Makista e.V. durchgeführt und finanziert hat. „DemoS!“ ist eines der Projekte, die im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ des Bundesministeriums des Inneren gefördert werden.

Bündnis bietet Reflektion und Qualifizierung
Die Entwicklungskonferenz hat gezeigt, welche Expertisen die engagierten Kolleg/-innen aus den Bereichen der schulischen und außerschulischen politischen Bildung mitbringen. Die Mitgliedschaft im Bündnis soll helfen, die Arbeit der Sportjugend Hessen weiter zu qualifizieren.  

Wer kann alles beim Bündnis mitmachen?
Nach der erfolgreichen Entwicklungskonferenz soll am 20.11.2019 in der Sport und Bildungsstätte der Sportjugend Hessen in Wetzlar das Bündnis gegründet werden. Alle zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Hessen sind herzlich eingeladen dem Bündnis beizutreten!


Vermehrt bezahlte Freistellung für ehrenamtliches Engagement

Verdopplung der Antragszahlen in den letzten zehn Jahren

In den Wochen vor den Sommerferien steigt die Anzahl der Freistellungsanträge für die in der Kinder- und Jugendarbeit tätigen Ehrenamtlichen. Grund dafür sind die zahlreichen Kinder- und Jugendreisen, Ferienspiele, Sportaustausche usw., die ohne ehrenamtliches Engagement nicht möglich wären. Im Jahr 2018 wurden allein im Sport 2.276 Beschäftigte für 9.223 Arbeitstage freigestellt. Die Zunahme von bezahlten Freistellungen hält seit dem Jahr 2000 unvermindert an und hat sich in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt.

Nach dem Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch (HKJGB) können sich alle bei privaten Arbeitgebern beschäftigten Personen über 16 Jahren bis zu 12 Tage im Jahr bezahlt von ihrer Arbeit freistellen lassen. Die Arbeitgeber bekommen dafür eine weitgehende Kostenerstattung vom Land Hessen. Die Freistellung wird in der Regel auch im öffentlichen Dienst gewährt.

Die bezahlte Freistellung gibt es nicht nur für die Tätigkeit als Jugendleiter/in oder -betreuer/in. Man kann sie ebenso für die Teilnahme an Aus- und Fortbildung im Rahmen des Jugendsports, für die Teilnahme an Tagungen und Seminaren der Hessischen Jugendverbände sowie der öffentlichen Jugendhilfe beantragen. Damit der Antrag formal korrekt ist, muss er von dem jeweiligen Veranstalter unterzeichnet werden. Der Verein, Sportkreis oder Verband bestätigt mit seiner Unterschrift, dass es sich um eine Jugendmaßnahme im Sinne des Gesetzes handelt. Anschließend muss die Sportjugend Hessen den Antrag befürworten. Aufgrund der notwendigen Formalien sind eine frühzeitige Beschäftigung mit dem Thema Freistellung und die Absprache mit dem Arbeitgeber ratsam.


Wie verbreitet ist sexueller Missbrauch im Sport?

Angelika Ribler, Sportjugend Hessen, diskutierte gemeinsam mit Jan Holze, Vorsitzender Deutsche Sportjugend und Dr. Bettina Rulofs, Soziologin, Deutsche Sporthochschule, darüber wie verbreitet sexueller Missbrauch im Sport ist. Moderiert wurde das Gespräch von Gregor Papsch, SWR2.

Sport fördert Fairness, Toleranz und Mitmenschlichkeit, erklären uns Politiker und Sportfunktionäre, und jeder der rund 90tausend Fußball-, Schwimm- oder Leichtathletikvereine in Deutschland will mehr sein als nur ein Verein, nämlich Ort gegenseitigen Respekts und familiärer Geborgenheit. Dass ausgerechnet hier immer mehr Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs ans Licht kommen, wird dagegen konsequent beschwiegen. Dabei zeigen neuere Untersuchungen, dass es gerade im Sport immer wieder zu Übergriffen kommt. Jetzt will die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs das Tabuthema aufarbeiten. Seit vergangener Woche können sich Betroffene melden und von ihren Erfahrungen berichten. Was macht den Sport besonders anfällig für sexuelle Übergriffe? Welche Bereitschaft zeigen die Verbände, sich ihrer Missbrauchsgeschichte zu stellen? Und was können Vereine präventiv tun, damit Eltern sich nicht sorgen müssen?

Die Diskussion kann hier angehört werden.

Quelle: SWR2 Forum


„Mit tollen Ideen und großem Einsatz engagiert“

(Foto: Angelika Stehle)

Der Hessische Innen- und Sportminister Peter Beuth hat in Wiesbaden das Dr. Horst Schmidt-Jugendsport-Stipendium an fünf Sportler aus Langen, Darmstadt, Wehrheim, Dreieich und Kassel verliehen. Die Stipendien sind mit je 2.000 Euro dotiert und gehen an junge Ehrenamtliche, die noch im Studium oder in der Ausbildung sind und sich in ihren Sportvereinen für andere einsetzen. 

Ehrenamt im Sport stärken

„Mit unserer Sportpolitik wollen wir auch das Ehrenamt im Sport stärken. Das Dr. Horst Schmidt-Stipendium ist deshalb ein Meilenstein in der Anerkennungskultur unseres Landes. Mit ihm fördern wir ehrenamtliches Engagement junger Frauen und Männer, die sich im Sportbereich mit tollen Ideen und großem Einsatz herausragend engagieren. Unsere Stipendiaten übernehmen als Übungsleiter und Trainer Verantwortung für den Nachwuchs und begleiten sie oft über viele Jahre in den Vereinen. Dabei vermitteln sie noch viel mehr als Fitness und sportliche Fertigkeiten: Sie tragen dafür Sorge, dass junge Menschen von Kindesbeinen an die Werte von Fairness, Teamgeist und sozialem Miteinander mit auf den Weg bekommen“, so Peter Beuth.

Fester Platz in der Sportförderpolitik

Das Dr.-Horst-Schmidt-Stipendium erinnert an den ehemaligen Hessischen Sozialminister Dr. Horst Schmidt, der von 1969 bis zu seinem tragischen Unfalltod im Oktober 1976 dem hessischen Kabinett angehörte. Das Förderprogramm hat einen festen Platz in der Sportförderpolitik der Hessischen Landesregierung und ist Teil einer Anerkennungskultur für ehrenamtlich aktive junge Frauen und Männer.

Die Stipendiaten 2019

Sandra Ellinghausen, Langen
Die Lehramtsstudentin Sandra Ellinghausen engagiert sich innerhalb der Leichtathletikabteilung des TV 1862 Langen e.V. als Assistenztrainerin der U8, U10, U11 und U12, sowie als Co-Trainerin und Leiterin der Trainingsgruppe U14. Die Inhaberin der C-Trainer-Lizenz Leistungssport hat eine Grundausbildung als Kampfrichterin absolviert und arbeitet neben ihrer intensiven Trainerinnentätigkeit im Wettkampfausschuss mit.

Cedric Guthier, Darmstadt
Der 23-jährige Leichtathlet Cedric Gutier ist im Vorstand der TSG Bad König aktiv.  Als Mitglied im Hessischen D-Kader Orientierungslauf nahm er bereits an zahlreichen Weltcuprunden in Europa teil. Der 23-jährige Student der Umweltingenieurswissenschaften leitet zusätzlich an der TU Darmstadt Unisportkurse im Orientierungslauf. Cedric Guthier hat eine Ausbildung zur Jugend-Leiter-Card absolviert.

Johanna Pierags, Wehrheim
Johanna Pierags hat sich ganz dem Handball verschrieben. Sie ist aktive Spielerin bei der SG Wehrheim/Obernhain e.V., Trainerin (C-Lizenz) der weiblichen Handball-Hessenauswahl des Jahrgangs 2004, Leiterin des jährlichen Handballjugendcamps und darüber hinaus als Jugendsprecherin des Hessischen Handball-Verbandes ehrenamtlich aktiv. Ein Bundesfreiwilligenjahr absolvierte sie ebenfalls beim Hessischen Handball-Verband e.V. Zurzeit studiert Johanna Pierags International Sports Management in Bad Homburg.

Robin Ruff, Dreieich
Der Darmstädter Student ist Vorsitzender des 1. Sprendlinger Judo Verein e.V. sowie Abteilungsleiter Ju-Jutsu. Die B-Lizenz zum Übungsleiter, Schwerpunkt Gewaltprävention, sowie eine Prüferlizenz Ju-Jutsu und eine Jugendleiterausbildung hat er absolviert, wovon vor allem der Nachwuchs des Sprendlinger Judo Vereins profitiert.

Tobias Stang, Kassel
Der aktive Leichtathlet der Melsunger Turngemeinde 1861 nimmt regelmäßig bei Hessischen und Deutschen Meisterschaften teil. Sein Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte er im Sport. Als Übungsleiter für Nichtschwimmerkurse und Leichtathletik, ehrenamtlicher Betreuer bei Kinderferienspielen und Jugendcamps, als Jugendwart der Sportjugend Schwalm-Eder und als Mitglied Juniorteam der Sportjugend Hessen engagiert sich der Student der Wirtschaftspädagogik (Kassel) über das eigentliche Maß hinaus.

Quelle: Hessisches Ministerium des Innern und für Sport


Sportjugend Hessen für Europa und Menschenrechte

Am 26. Mai 2019 ist Europawahl. Die Sportjugend Hessen ruft dazu auf, demokratische Parteien zu wählen, die mit den Werten des Sports und den Menschenrechten vereinbar sind. Fairplay, Vielfalt, Respekt – diese grundlegenden Werte des Sports lassen sich direkt oder indirekt auf die universell gültigen Menschenrechte beziehen. Als Grundlage demokratischer Gesellschaften spielen sie eine besondere Rolle. Weltweit aber auch in der Europäischen Union sind diese Werte heute bedrohter und umkämpfter als noch vor kurzem für möglich gehalten und müssen immer wieder neu erstritten werden.

Gemeinsames Handeln für die Umwelt
Wenn prominente Akteure aus Politik und Öffentlichkeit demonstrierenden jungen Menschen die Mündigkeit  zum Protest absprechen, zeugt das von fehlendem Respekt gegenüber den Protestierenden. In Zeiten, in denen verhandelte Klimaschutzabkommen nachträglich wieder aufgekündigt und wissenschaftliche Erkenntnisse öffentlich in Frage gestellt werden, wird ein gemeinsames Handeln der verschiedensten Stimmen für die Umwelt immer dringlicher. In Europa und weltweit sind die „Fridays for Future“-Demonstrationen ein starkes Beispiel für bunten, kreativen Protest. Die Sportjugend Hessen versteht sich als Vertretung der jungen Menschen und solidarisiert sich mit den Protesten.

Solidarität und Menschenrechte im Sport leben
Fairplay im Sport heißt, zu vereinbarten Regeln im Wettkampf zu stehen und Sport für Alle zu ermöglichen – ohne die Abwertung oder Diskriminierung von Anderen. Im Sinne dieses Fairnessgedankens sind aktuelle Entwicklungen in Europa kritisch zu betrachten. Wo flüchtenden Menschen Hilfe verweigert und die Seenotrettung kriminalisiert wird, werden Menschenrechte in Frage gestellt. Neben dem Recht auf Freizügigkeit und Auswanderung sichert Artikel 3 allen Menschen das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit zu. Die Verantwortung, diese Rechte zu schützen, liegt auch bei den Institutionen der Europäischen Union. In einer vernetzten, modernen und komplexen Welt kann man sie am besten in einer starken Gemeinschaft tragen. Die Sportjugend Hessen und viele hessische Vereine zeigen durch ihr großes Engagement beispielsweise in den Programmen „Integration durch Sport“ und „Sport und Flüchtlinge“, dass Solidarität und Menschenrechte täglich im Sport gelebt werden.

Die Arbeit von Sportvereinen und -verbänden steht seit Jahren unter dem Siegel des Eintretens für Vielfalt. Inklusion und Integration sind Begriffe, die das Sporttreiben prägen und den gemeinschaftlichen Anspruch in Sportvereinen umfänglich beschreiben. Parteien, die diese Vielfalt  und Pluralität der Gesellschaft aus ihren Programmen verbannt haben, vertreten nicht einen Sport für Alle, sondern rütteln an fundamentalen Bestandteilen des Sports und damit auch an seiner Integrität. Zudem stellen sie den Artikel 1 der Menschenrechte „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“ infrage.

Wir sind nicht neutral - demokratisch wählen für Europa
Sozialer Frieden und die Sicherheit aller Menschen sind in Europa im Jahr 2019 nicht überall gewährleistet und nirgendwo unveränderbar garantiert. Bei den Wahlen zum Europäischen Parlament am 26. Mai 2019 gilt es darum umso mehr, demokratisch zu wählen und den populistischen und spaltenden Tendenzen auf dem Kontinent eine starke Stimme entgegenzustellen.
Die Sportjugend Hessen ist zwar parteipolitisch neutral, aber nicht politisch neutral. Sie setzt sich für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte ein und wendet sich gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und nationalistische Tendenzen. Dies gilt sowohl für unsere alltägliche Arbeit, als auch als Vertretung der Sporttreibenden in ganz Hessen. Wir stehen für unsere Werte ein und unterstützen all jene, die diese gleichfalls als Grundgerüst ihres Wirkens verstehen.


Qualität in der Bildungsarbeit braucht gut qualifizierte Mitarbeiter/innen

Bildungsarbeit
Auch in der Sporthalle ist gute Kommunikation gefragt

Die Bildungsarbeit der Sportjugend Hessen ist bunt und vielfältig. Das Angebot reicht von Aus- und Fortbildungen für Jugend- und Übungsleiter/-innen über Vereinsberatungen und Projektbegleitungen für junge Engagierte in den Vereinen, bis hin zu Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen wie z. B. den Bildungscamps.
Um dieses Bildungs- und Bewegungsangebot realisieren zu können, ist neben dem Einsatz des hauptberuflichen Personals eine große Zahl an nebenberuflichen Mitarbeitenden erforderlich. Sie führen diese Angebote als Honorarkräfte im Auftrag der Sportjugend Hessen durch und sind entscheidend für die Qualität verantwortlich, die vor Ort bei den Zielgruppen ankommt.

Nebenberufliche Mitarbeiter/innen weiterqualifizieren
Diesem Qualitätsaspekt in der Bildungsarbeit widmet sich die Sportjugend Hessen, in Kooperation mit dem Landessportbund Hessen, mit einem neuen Konzept zur Qualifizierung von nebenberuflichen Mitarbeiter/-innen. Im Fokus stehen dabei die Auswahl, Einarbeitung und Fortbildung von Teamer/-innen, Referent/-innen und Berater/-innen.
Die Anforderungen an nebenberuflichen Mitarbeitenden sind in den verschiedenen Einsatzbereichen sehr unterschiedlich. Jemand, der eine Freizeit betreut, braucht, neben seiner persönlichen Eignung, vor allem Freude am Umgang mit Kindern und Jugendlichen sowie an der Arbeit im Team. Eine Referentin im Ausbildungsteam muss i.d.R. ein sportpädagogisches Studium und Lehrerfahrungen mitbringen.

Soziale und methodische Kompetenzen wichtig
Die Weiterqualifizierung der Teamer/-innen, Referent/-innen und Berater/-innen durch die Sportjugend Hessen erfolgt vor allem in den Bereichen der sozial-kommunikativen und didaktisch-methodischen Kompetenzen. Aktuell werden Bildungsbausteine für ein flexibles Baukastensystem entwickelt. Dabei arbeiten die verschiedenen Referate der Sportjugend Hessen eng zusammen. Ist der Baukasten fertig, ermöglicht dieser den nebenberuflichen Referent/-innen, ihr regelmäßiges Fortbildungsprogramm individuell zusammenzustellen.
Das Fortbildungsangebot soll Grundlagenmodule und Tagesfortbildungen beinhalten. Dazu gehören u. a. Visualisierung als Aufmerksamkeitssteuerung, Umgang mit Konflikten in der Bildungsarbeit, Methoden der Beteiligung, Auswertung von kooperativen Spielen. Diese Seminare können auch zum Erwerb und zur Verlängerung des DOSB-Ausbilder/-innen-Zertifikates angerechnet werden.

Service für die hessischen Fachverbände
Gleichzeitig können die Referent/-innen, die in den Fachverbänden in den Aus- und Fortbildungen tätig sind, an dem Angebot teilnehmen. Es ist eine weitere Serviceleistung für die Fachverbände, deren sportartspezifische Qualifizierungsmaßnahmen bereits mit Seminarbausteinen z. B. zum Thema Kindeswohl inhaltlich unterstützt werden.


Webinare zum Sport im Ganztag

Qualifizierungsoffensive geht weiter

Im aktuellen Koalitionsvertrag der Hessischen Landesregierung sind eine Vielzahl an Stichworten zu den Themen Schule, Ganztag sowie Zusammenarbeit mit dem organisierten Sport und den Sportvereinen enthalten. Demnach soll u. a. der Ausbau von ganztägig arbeitenden Schulen, die Kooperation mit den Sportvereinen und die Nutzung außerschulischer Lernorte forciert werden. Offen bleibt, ob für die Kooperationsarbeit mit den Sportvereinen die finanzielle Ausstattung verbessert wird. Das wäre wünschenswert, denn die sportartbezogenen- und sportartübergreifenden Kooperationsangebote sind eine wichtige Ergänzung zum Sportunterricht.  
Landesprogramm Schule und Verein – Fördertopf wurde aufgestockt
Den Sportvereinen stellen sich in der Zusammenarbeit mit Schulen Herausforderungen in zwei Bereichen. Die erste ist die Gestaltung der Kooperation mit Anbahnung, Organisation und Finanzierung. Hier sind in erster Linie die Sportkreise gefordert, die Kooperationen vor Ort zu unterstützen bzw. mit den Schulämtern zusammen zu arbeiten. In diesem Bereich gibt es das Landesprogramm „Schule und Verein“ des Hessischen Kultusministeriums, welches seit diesem Schuljahr finanziell aufgestockt wurde. Folglich sind die Chancen, Unterstützung zu erhalten, gestiegen. Es lohnt sich auch außerhalb der Fristen beim zuständigen Schulamt anzurufen und nach freien Kapazitäten zu fragen.

Sport im Ganztag – Angebot unterscheidet sich zum Sport im Verein
Der zweite Bereich ist die attraktive, zielgruppenbezogene und qualifizierte Umsetzung eines Sportangebots im Bereich „Sport im Ganztag“. Dafür sind inhaltliche Konzepte und spezielle Qualifizierungen der Übungsleiter/-innen und Trainer/-innen notwendig, denn zum Teil sind andere Inhalte, Methoden und pädagogische Kompetenzen gefragt als beim Sport im Verein. Das liegt z. B. an der heterogenen Zusammensetzung der Schüler/-innengruppen am Nachmittag. Besondere Qualifikationen werden in den Bereichen Differenzierung, Partizipation, Soziale Kompetenzen, Umgang mit Interkulturalität sowie Methodenvielfalt benötigt. Hier können und müssen sich die Sportfachverbände einbringen.
Mittlerweile gibt es 15 sportartbezogene Orientierungspläne zum Sport im Ganztag, die in Zusammenarbeit der Sportjugend Hessen mit den jeweiligen Sportfachverbänden entstanden sind. Die hessischen Sportfachverbände setzen damit einen bundesweit einmaligen Impuls für die innerverbandliche Weiterentwicklung dieser Thematik. Parallel haben 20 Verbände Fortbildungskonzepte erarbeitet, welche in die Regelarbeit einfließen und einen großen Anteil der jährlich wechselnden Praxismodule als Teile der Aus- und Fortbildung ausmachen.

Qualifizierungsangebote 2019
Auch gibt es die modularisierte Übungsleiterausbildung „Sport im Ganztag“. Die nächsten Termine der beiden Grundlagenmodule sind vom 25.bis 27. Oktober sowie vom 29. November bis 1. Dezember 2019. Zur Ausbildung gehörigen außerdem drei Praxismodule, die aus einem breiten Angebot an Sportarten ausgewählt werden können. Sie können auch als Tagesfortbildung absolviert werden.  

Online-Weiterbildung: Webinar
In 2019 erweitert die Sportjugend Hessen den Kanon der Qualifizierung um sogenannte Webinare zum „Sport im Ganztag“. Das sind ca. zweistündige Online-Seminare, zu denen sich Interessierte von zu Hause per PC oder Handy dazuschalten. Sie können zuhören, Überblickspapiere mitlesen, Fragen stellen und mit den anderen Teilnehmenden ins Gespräch kommen. So ist es möglich, in kurzer Zeit hilfreiche Informationen zu erhalten und drängende Fragen zu klären.
Die ersten beiden Webinare finden am 24. Juni und am 28. August 2019, jeweils von 18 bis 20 Uhr, statt. Interessierte schicken einfach eine kurze E-Mail  und bekommen dann, wiederum per E-Mail, eine Einladung zugeschickt.


Hessenweite Vereinsförderung

NäherDran geht ins zweite Jahre

Soccer- und Highlandgames für Geflüchtete bei der SKG Erfelden oder eine Ausbildung zur Übungsleitung Breitensport für Kinder und Jugendliche beim TSV Korbach – durch „NäherDran“ sind diese Aktivitäten in den vergangenen Monaten ermöglicht worden. Nun geht es ins zweite Jahr. Die Sportjugend Hessen und die AOK Hessen haben ihre Module überarbeitet und rechnen erneut mit starkem Zuspruch von Vereinen.

Neues Angebot an Bildungs- und Bewegungsbausteinen
Über 40 sportartenübergreifende Bewegungs- und Bildungsbausteine wurden 2018 von hessischen Vereinen gebucht. Ein entscheidender Lerneffekt: Nicht alle Angebote der Sportjugend Hessen und der AOK Hessen stießen auf Interesse, während andere auffallend häufig nachgefragt wurden. Deshalb wurde die Liste für die Neuauflage überarbeitet, manches gestrichen, anderes ist hinzugekommen, darunter solche zum Thema Partizipation von Kindern und Jugendlichen. Für 2019 rechnet Anke Josten, verantwortlich für Marketing und Produktmanagement bei der AOK Hessen, erneut mit einer hohen Nachfrage: „Wir haben durchgängig erfreuliches Feedback von den Vereinen erhalten. Einige von ihnen waren schon länger in den Bereichen Inklusion, Integration und Teilhabe aktiv, andere haben durch NäherDran den entscheidenden Anstoß bekommen.“ Zu den neuen Bausteinen gehören ein Teamwochenende mit erlebnispädagogischen Elementen für junge Menschen oder moderierte Netzwerktreffen, um das Engagement des Nachwuchses auf Touren zu bringen. „Wir wollen nicht nur Vereine und benachteiligte Menschen zusammenbringen, weil soziales Engagement ungemein wertvoll ist, sondern auch den Präventionsgedanken stärken und Menschen in Bewegung bringen“, so Josten zur Intention von „NäherDran“. Eine Anmeldung ist ab sofort wieder möglich.

Eigene Ideen einreichen
„Wir tragen gemeinsam dazu bei, Zugänge zum Sport zu erleichtern, möglichst alle mitzunehmen, und zwar unabhängig davon, ob sie ein Handicap haben, benachteiligt sind oder nicht“, so Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen. Es gehe vor allem darum, mehr Menschen ins Vereinsleben zu integrieren, damit sie von regelmäßiger Bewegung profitieren. Kreativität und Eigeninitiative belohnt „NäherDran“ dabei zusätzlich. Für vereinseigene Projekte, die als besonders förderungswürdig erachtet werden, wird ein Integrationspreis im Wert von bis zu 3.000,- Euro ausgelobt. Eine wichtige Voraussetzung ist eine konkrete Beschreibung der Zielsetzung und der Maßnahmen, darüber hinaus eine detaillierte Zeit- und Kostenplanung. Bis zu den Sommerferien können ausformulierte Ideen eingereicht werden. „Somit haben die Vereine zwei Monate mehr Zeit als im vergangenen Jahr, das dürfte die Planung für alle enorm erleichtern“, so Kuhlmann weiter. Spätestens im September wird festgelegt, welche Vereine mit einer Unterstützung rechnen können. 2018 hatten sich 31 Sportvereine mit eigenen Ideen angemeldet, insgesamt 13 wurden unterstützt. Darunter war auch der TSG Blau Gold Gießen e. V. mit seinem Gesellschaftstanzkurs für Jugendliche mit und ohne Behinderung. Von dem Betrag wurde dort der Abschlussball finanziert. Beim SV Hainstadt, der sich bereits seit 2012 intensiv mit Inklusion beschäftigt, werden hingegen Kleingeräte für Psychomotorik angeschafft.

Mehr Information gibt es hier.


Einfach, verständlich und klar

Fachtag Einfache Sprache

Wer braucht Einfache Sprache und was ist das überhaupt? Mit diesen Fragen beschäftigten sich neben- und hauptberufliche Referent-/innen der Sportjugend Hessen, des Landessportbundes Hessen und des Hessischen Fußballverbandes in der Bildungsstätte Wetzlar. Der Fachtag war der Beginn einer wichtigen und notwendigen Entwicklung, die die Teilhabe und Teilnahme vieler in diesem Bereich bislang benachteiligter Menschen ermöglichen kann und die Integration und Inklusion im Sport ein Stück voranbringt.

In Deutschland gibt es 7,5 Mio. funktionale Analphabeten, die zwar Worte und Sätze lesen, aber einen Text nicht in seiner Gänze verstehen können. 13 Mio. Personen mit schwacher Lesekompetenz scheitern an fachlichen Texten, 1 Mio. Menschen lernen Deutsch als Fremdsprache, aber auch jüngere oder alte Menschen können von Einfacher Sprache profitieren.

Bei Einfacher Sprache geht es darum, verständliche Begriffe zu verwenden, kurze Sätze zu formulieren und vor allem sich an der Sprache des Gegenübers zu orientieren. Wortwiederholungen sind gewünscht. Fachbegriffe werden nur verwendet, wenn es wirklich notwendig ist. Inhaltliche Abstriche werden nicht gemacht, gleiche Inhalte werden einfacher vermittelt.

Die Fachreferentin Nikola Poitzmann präsentierte die theoretischen Hintergründe der Thematik und erläuterte der Gruppe die Regeln der Einfachen Sprache. Anschließend wurde das Gelernte umgesetzt. In Kleingruppen übten alle an Texten aus den Lehrmaterialien, formulierten um und kürzten zu lange Sätze.

Do’s und Don’t’s der Einfachen Sprache
Regel: Ziehen Sie Verben vor und vermeiden Sie Substantivierung und Adjektive.
Don’t: Entschuldigen Sie die Verzögerung der Verbuchung Ihrer Überweisung.
Do: Entschuldigen Sie, dass wir jetzt erst Ihre Überweisung verbucht haben.

Regel: Vermeiden Sie wenig bekannte Wörter, machen Sie eine Aussage pro Satz und halten Sie die Sätze einfach.
Don’t: Über ein System aus Blutgefäßen werden Sauerstoff und Nährstoffe im Organismus verteilt sowie Kohlendioxid und andere Stoffwechselprodukte abtransportiert.
Do: Das Blut verteilt Sauerstoff und Nährstoffe im Körper. Kohlendioxyd und andere Stoffwechselprodukte transportieren das Blut ab.

Ein langer Prozess
In der Reflektion wurde deutlich, dass das Überarbeiten von Texten in die Einfache Sprache schwer ist und viel Zeit in Anspruch nimmt. Am ersten Fachtag zum Thema Einfache Sprache ging es vorrangig darum, schriftliche Texte zu bearbeiten und eine Sensibilität für die Thematik zu generieren. Die Planung für eine Folgeveranstaltung, die sich mit dem „vor und mit Menschen reden“ beschäftigen wird, läuft bereits. Dann soll das Referieren nach den Regeln der Einfachen Sprache gelernt und geübt werden. Er wird voraussichtlich im letzten Quartal 2019 stattfinden.


Interkulturelle Übungsleiterausbildungen feiern erfolgreichen Abschluss

Nach einer lernintensiven Ausbildung schlossen zu Beginn des Jahres drei Gruppen erfolgreich die interkulturelle Übungsleiterlizenz der Sportjugend Hessen ab. Insgesamt 36 neue Übungsleiter/innen erhielten am Montagabend die DOSB Lizenz als Übungsleiter C im Breitensport.

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eSports und Kindeswohl

Zwei zentrale Themen beschäftigten die hessischen Jugendvertretungen im Sport

Peter Beuth, Hessischer Minister des Innern und für Sport, Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen, und weitere Delegierte im lockeren Austausch

Am Wochenende tagte in Rüdesheim der Jugendhauptausschuss der Sportjugend Hessen. An die 70 Delegierte kamen, um sich über die aktuelle Arbeit zu informieren, sich mit dem Vorstand auszutauschen und über den Jahresabschluss 2018 abzustimmen. Ein großer Teil der Tagung nahm die Auseinandersetzung mit eSport ein. Die Delegierten erhielten am Vormittag Gelegenheit, sich in zahlreichen praktischen, aber auch theoretischen Workshops ein eigenes Bild zu verschaffen. Unter den Gästen am Nachmittag war auch der Hessische Minister des Innern und für Sport, Peter Beuth, der diverse Förderbescheide überreichte, unter anderem zwei für neue Projekte im Bereich Kindeswohl.

Innerhalb der Sportorganisationen gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Positionen zum Thema eSport. Die Sportjugend Hessen hat sich mit dem Jugendhauptausschuss auf den Weg gemacht, eine eigene Positionierung zu erarbeiten. An mehreren Stationen wurden sportliche Aktivitäten im direkten Vergleich mit der virtuellen Ausführung angeboten. Die Delegierten konnten ausprobieren, Meinungen bilden, Fragen stellen und Informationen zusammentragen. Das Angebot umfasste Longboard und eLongboard, Tennis und eTennis, Fifa und Fußball, aber auch Drohnenzielflug und Zielwurf standen auf dem Programm. Die praktischen Erfahrungen wurden von einem Workshop zur Gründung einer eSport-Abteilung im Verein sowie dem Impulsvortrag zum Phänomen des eSport von Daniel Illmer (DOSB) ergänzt. Damit hat der Vorstand einen Prozess angestoßen, der die Sportjugend Hessen noch einige Zeit begleiten wird, denn offen ist, was die Entwicklungen für die Sportvereine tatsächlich bedeutet.

Intensiver beschäftigen wird sich die Sportjugend Hessen in den kommenden drei Jahren auch mit dem Thema „Kindeswohl“. Peter Beuth, Hessischer Minister des Innern und für Sport, überreichte der Vorsitzenden der Sportjugend Hessen, Juliane Kuhlmann, Förderbescheide für die Projekte „Kindeswohl-Berater/innen im Hessischen Sport“ und „Kindeswohl im Sport 2019-2022“.Der inhaltliche Fokus soll künftig über den Schutz vor Gefahren hinaus ganzheitlich auf weitere Aspekte des Kindeswohls ausgerichtet werden und sich an den Kinderrechten orientieren. Im Rahmen von „Kindeswohl-Berater/innen im Hessischen Sport“ werden die fünf hessischen Sportinternate und zunächst fünf ausgewählte hessische Fachverbände bei der (Weiter-)Entwicklung von Kindeswohl-Schutzkonzepten zur Verbesserung der Prävention von Kindeswohlgefährdung begleitet und unterstützt. Dazu werden ihnen von der Sportjugend Hessen geschulte Kindeswohl-Berater/innen zur Seite gestellt, die den Prozess individuell und bedarfsgerecht begleiten.

Eine quantitative und qualitative Weiterentwicklung der bisherigen Präventions- und Beratungsarbeit der Sportjugend Hessen im Breitensport soll mit dem Projekt „Kindeswohl im Sport 2019-2022“ erreicht werden. An der Modellphase werden zunächst fünf Sportkreise teilnehmen. Ziel ist die Implementierung von Schutzkonzepten sowie der Aufbau einer dezentralen Präventionsstruktur durch den Einsatz von „Kindeswohl-Beauftragten“ in den Sportkreisen. Individuelle Begleitung und Unterstützung erhalten sie von Kinderschutz-Ansprechpersonen der Sportjugend Hessen.

Projektbeginn ist jeweils der 1. April 2019.


Förderprogramm "Sport für alle Kinder"

Jubiläum für ein deutschlandweit einzigartiges Förderprogramm: Sport für alle Kinder – das Förderprogramm gegen die Folgen von Kinderarmut im Sport – geht in die zehnte Runde. Hessische Sportvereine, Sportkreise und Fachverbände können sich in 2019 erneut um finanzielle Unterstützung für ihr Engagement gegen die Folgen von Kinder- und Jugendarmut bewerben.

Das zentrale Ziel lautet: Wir wollen, dass tatsächlich mehr Kinder aus einkommensschwachen Familien am Vereinsleben teilnehmen. Alle Kinder und Jugendlichen, auch die, deren Familien es sich finanziell nicht leisten können, sollen (weiterhin) im Sportverein aktiv sein können. Dies gilt z. B. für die Kinder in von Arbeitslosigkeit betroffenen Familien, von Alleinerziehenden oder für minderjährige (begleitete und unbegleitete) Flüchtlinge.

Teilhabe gewährleisten

Über das Programm können z. B. die Anschaffung für den Vereinssport benötigter Kleidung und individueller Ausrüstung, die Teilnahme an besonderen Veranstaltungen wie Trainingslagern, Freizeiten und Ausflügen oder notwendige Fahrtkosten bezuschusst werden. Das Förderprogramm setzt da an, wo die Teilhabe am Vereinsleben aufhört, wenn es am Geld scheitert. Offizieller Antragsschluss ist der 15.03.2019.

Möglich wird diese Förderung durch die Bereitstellung von Mitteln durch das Hessische Ministerium des Inneren und für Sport sowie durch Spendeneinnahmen und Eigenmittel der Sportjugend Hessen.

Kontakt: Sportjugend Hessen, Brigitte Hermann, Tel.: 06441/979615, E-Mail: Hermann@sportjugend-hessen.de


Demokratiebildung - Nebenberufliches Team aufgestellt

Das Referat Jugend- und Sportpolitik lud eine Gruppe von Nebenberuflern ein, um ein neues Referententeam mit dem Schwerpunkt Demokratiebildung aufzubauen. Gemeinsam mit dem Projektteam DemoS soll es den Arbeitsschwerpunkt der Sportjugend Hessen „Demokratie“ begleiten und mitgestalten.

„Ihr bringt alle ganz unterschiedliche Fähigkeiten mit und seid Expert/-innen in euren Gebieten, ob es Inklusion, Integration oder die Bildungsarbeit ist. Ihr alle habt Interesse an demokratischer Bildung im Sport.“ mit diesen Worten eröffneten Angelika Ribler und Nico Mikulic das Treffen.

Der Nachmittag des ersten Tages beinhaltete zwei interaktive Workshops zu aktuellen politischen Themen, wie die politische Situation in Europa, Menschenrechte und Teilhabe sowie Beteiligungsmethoden.

Damit die Einsatzfelder für die nebenberuflichen Referent/-innen konkreter ausgestaltet werden konnten, hatten die Organisatoren, die aus den Fachreferaten der Sportjugend Hessen bereits existierenden Ideen, aufbereitet und mitgebracht. Der Sonntag wurde genutzt, diese Projekteideen gemeinsam weiterzuentwickeln. Gleichzeitig konnten die Teilnehmer/-innen ihr Interesse für spezielle Themen bekunden. Die zukünftigen Einsatzfelder werden unter anderem im Bereich von Teamschulungen der MINT-Girls-Camps oder Workshops für die Freiwilligendienstleistenden sein, aber auch die Entwicklung einer interaktiven Ausstellung für die Bildungsstätten ist geplant.

Die weiteren Schritte sehen die Aufarbeitung der Ergebnisse, die Reflektion mit den hauptberuflichen Kolleg/-innen sowie die Einbindung bei den ersten Einsätzen vor.


Freiwilligendienst beim Hessischen Fußball-Verband bietet Gestaltungsspielraum

Nils Dyck in der Geschäftsstelle des Hessischen Fußballverbands

Nils Dyck absolviert zurzeit sein Freiwilliges Soziales Jahr beim Hessischen Fußball-Verband. Im Gespräch mit Kathrin Schneider berichtet er über seinen Tätigkeitsbereich und seine Ideen, die er gerne im Verband einbringen möchte.

Nils, was war Deine Motivation, Dich nach dem Schulabschluss um ein Freiwilliges Soziales Jahr zu bewerben?

Für mich stand es schon sehr lange fest, nach dem Abitur nicht direkt ein Studium zu beginnen, sondern erst einmal die Praxis zu erleben. Fast ein Jahr vor meinem Abschluss, machte ich mich auf die Suche nach einer geeigneten Stelle. Das Angebot des HFV entsprach genau meinen Vorstellungen. Es bietet neben der pädagogischen Arbeit mit den Kindern, auch einen Einblick in die Struktur und Organisation des Verbandes.

Wie gestaltet sich Dein Aufgabenfeld beim HFV?

An erster Stelle bin ich für das Bambini Mobil zuständig. Das Mobil ist bereits seit über 20 Jahren für den HFV an Grundschulen und Kindergärten im Einsatz. Der erste Kontakt läuft meist über einen Fußballverein, der zu Werbezwecken gerne einen spiel- und bewegungsreichen Vormittag an der ortsansässigen Grundschule/Kita organisieren möchte. Dabei versuche ich, die Kinder für das Fußballtraining im Verein zu begeistern. Die Einsätze plane ich selbständig und bereite sie auch inhaltlich vor.

Neben dem Bambini-Mobil bin ich mit aller Hand organisatorische Aufgaben der Jugendabteilung des HFV betreut. Diese erfüllen ein breites Spektrum und reichen von der Teilnehmerverwaltung bei Jugend-Fußballcamps bis hin zum Erstellen von Videoszenen für die C-Lizenz Trainerausbildung. Ein besonderes Highlight war für mich das U21-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden. Hier hatte ich im Voraus ein Gewinnspiel für die Einlaufkinder vorbereitet und betreute diese vor Ort.

Außerdem habe ich an der Klausurtagung des Verbandsjugendausschusses teilgenommen und habe dort mitentscheiden dürfen, welche neuen Projekte im Bereich Schulfußball, also auch im Rahmen meiner Aufgaben als FSJ’ler, umgesetzt werden sollen.

Dir ist bei Deinen Einsätzen aufgefallen, dass die Schulen und Kindergärten das Angebot meist als eine reine „Spielstunde“ nutzen und Du hast eine Idee entwickelt um dies zu ändern.

Richtig, ich würde das Konzept des Bambini-Mobil gerne umgestalten. Die Vereine müssen meiner Ansicht nach stärker miteinbezogen werden, damit eine nachhaltigere Wirkung des Einsatzes erzielt werden kann. Ich möchte nicht nur die Schule oder den Kindergarten besuchen, sondern auch die ortsansässigen Vereine. Zu dem Schnuppertraining werden dann auch die Grundschul- und Kindergartenkinder der näheren Umgebung eingeladen.

Das würde bedeuten, dass Du dann noch mehr in ganz Hessen unterwegs bist. Wie schaffst Du das zeitlich zu organisieren?

In der Tat bedeutet die Umgestaltung des Konzepts einen Mehraufwand für mich, aber mir macht die Arbeit viel Spaß und ich bin davon überzeugt, dass wir auf diesem Wege mehr Kinder erreichen werden. Natürlich verbringe ich dann auch mehr Zeit auf den hessischen Straßen, aber es gibt keine bessere Entschädigung, als zu erleben, wie die Kinder mit viel Spaß dem Ball hinterherlaufen.

Hast Du schon Pläne, wie es für Dich nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr weitergehen wird?

Ich bin zwar erst seit knapp drei Monaten beim HFV, aber ich weiß bereits, dass ich danach weiter mit Kindern zusammenarbeiten möchte. Deshalb nutze ich das FSJ um meine Übungsleiterlizenz Breitensport mit dem Schwerpunkt Kinder/Jugendliche zu bekommen und bin parallel ehrenamtlich als Jugendtrainer beim RSV Büblingshausen aktiv. Ab dem kommenden Wintersemester möchte ich Lehramt studieren.

 

Kathrin Schneider


„Sport & Flüchtlinge“ mit EU-Award ausgezeichnet

Sadia Biladama am Rednerpult. Im Hintergrund das Logo von #BeInclusive EU Sport Awards auf einer Leinwand. Weitere Preisträger stehen auf der Bühne.
Sadia Biladama, Vorstandsmitglied der Sportjugend Hessen, bedankt sich für die Auszeichnung

Das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“, das das Hessische Ministerium des Innern und für Sport in Kooperation mit der Sportjugend Hessen durchführt, ist in Brüssel mit dem #BeInclusive Sport Award 2018 der EU ausgezeichnet worden. Die EU würdigt damit den Beitrag des Förderprogramms für die Integration von Flüchtlingen in Hessen. Der #BeInclusive Sport Award wird an Projekte und Initiativen vergeben, die den Sport als Mittel nutzen, um sozial benachteiligten Gruppen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Kriterien sind dabei unter anderem Wirkung und Reichweite der Projekte, ihre Nachhaltigkeit sowie der innovative Ansatz. Das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ wurde aus europaweit 111 Bewerbungen als eines der Top 3 - Projekte ausgewählt.

„Wir freuen uns sehr, dass die EU mit dem #BeInclusive Sport Award den bundesweit einmaligen Ansatz von „Sport und Flüchtlinge“ anerkennt und damit die Arbeit insbesondere der Sport-Coaches im Bereich Integration durch Sport für Flüchtlinge würdigt. Ohne das ehrenamtliche Engagement dieser Menschen vor Ort wäre der Erfolg des Förderprogramms nicht möglich.“, sagte der hessische Innenminister Peter Beuth anlässlich der Preisverleihung.

 

„Sport und Flüchtlinge“ wird im Jahr 2019 fortgeführt

Sadia Biladama, Vorstandsmitglied der Sportjugend Hessen und zuständig für diesen Bereich, nahm den Preis in Brüssel stolz entgegen. „Dieser Preis ist sowohl eine Auszeichnung für die intensive Arbeit der Sportjugend als auch für alle Sport-Coaches, die sich in den vergangenen Jahren für die Integration von Geflüchteten eingesetzt haben. Eine Vielzahl geflüchteter Menschen sind mittlerweile fest in Hessens Sportvereinen als Sportler/in, Übungsleiter/in oder Helfer/in eingebunden. Der Preis motiviert uns den nächsten Schritt zu gehen. Mit der Erweiterung des Förderprogramms 2019 um eine 2. Säule werden neue Schwerpunkte gesetzt.", so Biladama. Zukünftig sollen Sport-Coach-Tandems aus vorhandenen Sport-Coaches und neuen Sport-Coaches mit eigener Fluchterfahrung eine noch engere Vernetzung zwischen Sportvereinen und Geflüchteten ermöglichen.

Das Programm „Sport und Flüchtlinge“ wurde 2016 gemeinsam von der Sportjugend Hessen und dem Hessischen Ministerium des Innern und Sport ins Leben gerufen. Das Land Hessen unterstützt damit Sport- und Bewegungsangebote mit Flüchtlingen in den hessischen Städten und Gemeinden und trägt so zu ihrer Integration bei. Das Förderprogramm hat einen Haushaltsansatz von 2,4 Millionen Euro jährlich. Bundesweit sticht es sowohl hinsichtlich seiner Struktur als auch der zur Verfügung gestellten Haushaltmittel hervor. Zentrales Element sind sogenannte Sport-Coaches. Sie fungieren als Netzwerker, die die Interessen der Beteiligten vor Ort im Bereich Flüchtlinge und Sport (Gemeinde, Sportvereine, Asylbetreuung, Flüchtlingsinitiative, Flüchtlinge) bündeln. Über die regelmäßige Teilnahme an speziell auf die Arbeit mit Flüchtlingen ausgerichteten Schulungen der Sportjugend Hessen ist die gleichbleibend hohe Qualität ihrer Arbeit gewährleistet. Derzeit sind rund 300 Sport-Coaches in 250 hessischen Städten und Gemeinden aktiv.